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Total Cost statt Stückpreis denken 
Materialwahl, Ausschuss & Beschaffungsrisiko stabilisieren 

04. Mai 2026
Total Cost wird Stückpreis gegenübergestellt viele einzelne Bauteile stehen in einer blauen Versandbox und ergeben eine versandfertige Serienfertigung von mechanischen Bauteilen
Der Stückpreis ist aktuell eine der am meisten überschätzten Kennzahlen im Einkauf. Warum? Weil er Sicherheit suggeriert, die es in der Serie oft nicht gibt. Viele Projekte starten heute mit sauber verhandelten, günstigen Preisen und entwickeln sich anschliessend genau in die falsche Richtung: 
Termine beginnen zu kippen, Abstimmungen nehmen zu und die Qualität wird zum Thema.
Der Stückpreis passt zwar, aber der Prozess nicht. 

Was aktuell in vielen Projekten passieren kann 

Ein Muster, das sich immer wieder zeigt: 

  • Werkstoffe werden primär über den Preis gewählt 

  • Bauteile sind technisch korrekt, aber schwer stabil zu fertigen 

  • Prozesse reagieren empfindlich auf kleine Abweichungen 

Die Folge: 

  • steigender Prüfaufwand 

  • mehr interne Abstimmung 

  • Terminverschiebungen 

  • zunehmende Unsicherheit in der Planung und Umsetzung 

Generell ist dies nicht dramatisch im Einzelfall, jedoch kritisch, wenn dies konstant über die Serie auftritt. 

Wo Kosten tatsächlich entstehen 

Was im Angebot nicht sichtbar ist, wird in der Serie bezahlt. 

Typische Zusammenhänge: 

  • Ein günstiger oder falsch gewählter Werkstoff verlängert Bearbeitungszeiten 

  • instabile Prozesse erhöhen die Ausschussquote 

  • Ausschuss bindet Kapazität und verschiebt Termine 

  • Terminabweichungen erzeugen zusätzlichen Aufwand im Einkauf 

Diese Effekte verstärken sich am Ende gegenseitig. 

Ein stabiler Prozess ist günstiger als ein günstiges Teil 

In der Praxis zeigt sich ein klarer Unterschied: 
Bauteile, die sauber durchlaufen, bleiben kalkulierbar. 
Und: 
Bauteile, die an der Grenze laufen, erzeugen Aufwand. 

Der entscheidende Punkt ist dabei selten die Konstruktion allein, sondern: 

  • ob die Funktion des Bauteils vollständig betrachtet wurde 

  • wie sich ein Material real bearbeiten lässt 

  • wie empfindlich ein Prozess reagiert 

  • wie die Kommunikation innerhalb der Schnittstellen funktioniert 

Genau hier entsteht der Unterschied zwischen Preis und Kosten. 

Ein typisches Praxisbild 

Ein Bauteil wird auf einen attraktiven Stückpreis ausgelegt. 

In der Umsetzung zeigt sich: 

  • das Material reagiert sensibel auf Bearbeitung 

  • kritische Masse sind schwer reproduzierbar 

  • Ausschuss schwankt 

Was folgt: 

  • zusätzliche Prüfungen 

  • Prozessanpassungen 

  • steigender Abstimmungsbedarf 

Der Stückpreis bleibt unverändert, jedoch treibt der Aufwand die Kosten in die Höhe. 

Die Ausschussquote ist ein Einkaufsthema 

Ausschuss wird oft als Produktionskennzahl gesehen. In der Realität ist er ein direkter Kostentreiber im Einkauf.Vor allem dann, wenn er nicht konstant ist. Konstanter Ausschuss ist planbar. Schwankender Ausschuss ist ein Risiko. 

Und genau dieses Risiko wirkt direkt auf: 

  • Termine 

  • Bestände 

  • interne Ressourcen 

Was sich aktuell verändert 

Geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren und Zollthemen verschärfen die Situation zusätzlich. 

Das führt dazu, dass: 

  • Materialverfügbarkeiten weniger stabil sind 

  • Alternativen nicht kurzfristig verfügbar sind 

  • Prozesse robuster ausgelegt sein müssen 

Ein Bauteil, das nur unter optimalen Bedingungen funktioniert, wird damit kritisch. Ein Bauteil, das auch unter kritischen Bedingungen stabil läuft, bleibt planbar. 

Die 3 Hebel für stabile Total Cost  

Was sich in der Praxis bewährt: 

1. Material nicht isoliert bewerten, sondern an die Funktion des Bauteils angepasst 
Nicht der Preis ist entscheidend, sondern das passend ausgewählte Material und sein Verhalten in der Bearbeitung. 

2. Prozessstabilität mitdenken 
Wie sensibel reagiert der gesamte Prozess auf etwaige Abweichungen? 

3. Ausschuss früh hinterfragen 
Nicht erst in der Serie, sondern in der Auslegung. 

Diese drei Punkte können oft stärker über die Gesamtkosten entscheiden als jede Preisverhandlung.  

Der entscheidende Moment liegt vor der Bestellung 

Kosten werden nicht rein nur verhandelt, sie werden bereits davor konstruiert. 

Die grössten Hebel liegen vor der ersten Bestellung: 

  • Werkstoffwahl im Kontext der Funktion und Bearbeitung 

  • Toleranzen entlang der Funktion 

  • Geometrien mit Blick auf die Fertigung 

Hierbei entstehen keine Mehrkosten, aber viele werden dadurch vermieden. 

Fazit 

Der Stückpreis ist eine Momentaufnahme, welche vorab Sicherheit suggeriert. Total Cost sind das Ergebnis, welche oft für eine unangenehme Überraschung sorgen. Wer heute beschafft, braucht weniger Fokus auf den Preis und mehr Verständnis für den kompletten Produktionsprozess dahinter. Ein stabiler Prozess ist kein Nice-to-have. Er ist die wirtschaftlichere Gesamtlösung. 

Wenn Bauteile in der Serie mehr Aufwand erzeugen als geplant, liegt die Ursache oft im Zusammenspiel von Material, Prozess und Auslegung. 

Genau dort setzen wir an. Ein Austausch auf Bauteilebene bringt meist schnell Klarheit. 

Wenn Sie einen neuen Fertigungspartner suchen, der Total Cost statt Stückpreis denkt, lohnt sich ein früher Austausch mit uns. Melden Sie sich unter sales@pwb.ch oder kontaktieren Sie Stefan Fischbacher oder Ahmet Cerimi mit einer persönlichen Nachricht. 

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